Joachim-Hunger-Gedächtnispreis & Berliner Meisterschaft im 505er und 470er

Vom Walchensee in Oberbayern bis nach Turku, Finnland - die Seglerinnen und Segler, vor allem der 505er Flotte, nahmen teilweise lange bis sehr lange Anfahrten in Kauf, um den Joachim-Hunger-Gedächtnispreis mitzusegeln. Die Regatta, ein Klassiker für die Jollenklassen 420er, 470er und 505er, war in diesem Jahr als Berliner Meisterschaft für die 470er und 505er ausgeschrieben.

Erstmals seit 2017 gingen wieder alle drei Bootsklassen an den Start: dreizehn 420er Teams, vierzehn 470er und zehn 505er. Bezüglich Alter und Erfahrungsschatz war von jüngst ihren Optis entwachsenen Jugendlichen bis hin zu den alten Hasen eine große Bandbreite vertreten. Die Zeiten der Nachwuchssorgen in der 470er-Klasse, so scheint es, sind wohl erst einmal überwunden. Hier waren bemerkenswert viele junge Teams vertreten. Und erfreulich war auch, dass durch die starke Beteiligung aus dem ganzen Bundesgebiet sowie zweier Teams aus Finnland ein ausreichend großes Feld an 505ern zustande kam.

Der Samstag präsentierte sich ziemlich trübe, nass und relativ schwachwindig. Nach einer halben Stunde Startverschiebung, weil der Wind zunächst doch gar zu löchrig war, frischte es dann aber auf, und es konnten hintereinander weg vier Wettfahrten auf dem Wannsee – oder nach neuer Reviereinteilung: auf dem „äußeren Wannsee“ – gesegelt werden. Allerdings war es unangenehm kalt! Bei den 470ern beherrschten die Lokalmatadoren Uti und Frank Thieme von vornherein das Geschehen. Sie gewannen jedes Rennen – teilweise auch nach kleinen Aufholjagden, denn das junge Team Amelina Jäger und Caspar Fischer, die vor wenigen Jahren noch zur 420er Trainingsgruppe des PYC zählten, jetzt aber im 470er ausschließlich für ihren Heimatverein, den Spandauer Yacht-Club, starten, machten ihnen das Leben zuweilen nicht gerade leicht. Zu den Jägern des Topteams zählten auch Mara Riedel und Martin Rothe aus Neuruppin (RSN), gefolgt von Antonia Mospak und Sander Kruse (YCBG). Auch bei den 505ern waren es die Teams, die letztlich auf den ersten vier Plätzen landeten, die sich einen stetigen Schlagabtausch lieferten und sich von den übrigen sechs Teams deutlich absetzten. Eine größere Volatilität zeigte da doch das Feld der 420er. Hier war für die Teams, sich in der oberen Hälfte der Tabelle bewegten, quasi „alles drin“. Ausrutscher, was die Platzierungen anging, gab es sowohl nach oben als auch nach unten. – Nach einer heißen Dusche zum Aufwärmen endete der erste Regattatag auf der Terrasse des PYC mit einem vielfältigen Buffet in gemütlicher Runde. (Wie gut, dass durch die entspannte Parkplatzsituation an diesem Wochenende die Minicamper einiger unserer weitgereisten Gäste direkt auf dem Hauptgelände stehen konnten und somit echte Gastfreundschaft gezeigt wurde!)

Am Sonntag konnte sich der Wind auch nicht zu größerer Stärke aufraffen, immerhin blieb der elendige Nieselregen aber aus. Zwei flotte Rennen ließ Wettfahrtleiter Carsten Hanisch segeln, und bereits um kurz nach 13 Uhr standen die Sieger und Berliner Meister fest!

Zwei Stunden nach dem letzten Zieleinlauf waren die meisten Boote verladen und im Beisein von Clemens Fackeldey, als Vertreter des BSV, konnte die Siegerehrung auf der Terrasse zelebriert werden.

Bei den 420ern setzten sich mit insgesamt 3 Punkten Vorsprung Nelly Piesker und Floriene Wilke (YCBG) vor Ludwig Bayer mit Nikolaus von Luckner (VSaW), denen wiederum mit 7 Punkten Abstand Immo Freundel und Carl Schiffelmann (PYC) folgten. Als weitere Teams des PYC segelten Philipp Jentsch und Carlotta Klinkhardt auf den 8. Platz sowie Ebba Freundel mit Josephine Klamroth auf den 10. Platz.

Mit der Bestnote von nur 5 Punkten beendeten Uti und Frank Thieme (BYC/PYC) die Regatta und wurden damit Berliner Meister im 470er! Auf den Plätzen zwei und drei folgten Amelina Jäger und Caspar Fischer (SpYC) sowie Mara Riedel und Martin Rothe (RSN).

Die Berliner Meisterschaft der 505er gewann der Koblenzer Alexander Holzapfel (PSVK) mit Finn Boeger (VSaW) vor ihren beiden ärgsten Konkurrenten, jeweils mit nur einem Punkt Abstand, Hendrik Schultz und Ute Oberländer (SCLW, Kochel am See) sowie den Rostockern Lutz Stengel mit Frank Feller (ROYC). Jan Berhold (PYC) kam auf den 9. Rang.

Alle Beteiligten – Seglerinnen, Segler und auch der Wettfahrtleiter samt Crew – hatten an diesem Wochenende auf dem Wannsee (und der Unterhavel) trotz des schon sehr herbstlichen Wetters ihren Spaß, und Joachim Hunger, der als 470er Segler zweimal bei Olympia startete und zweimal Vizeweltmeister in dieser Bootsklasse wurde, hätte an dieser Veranstaltung sicher ebenfalls seine Freude gehabt!

 

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